Regelwerk


Deutsches Regelwerk für MMA (Mixed Martial Arts)

Anmerkungen

Das folgende Regelwerk entspricht den Unified Rules von 2012 der Association of Boxing
Commissions / USA.

Das vorliegende Regelwerk gilt für „Profikämpfe“.

Jeder Wettkämpfer muss mindestens fünf Wettkämpfe nach Amateurregeln gemacht haben, bevor er
nach Profiregeln an einem Wettkampf teilnehmen kann.

Wettkämpfer, die bisher nach Profiregeln gekämpft haben, dürfen weiterhin nach Profiregeln
kämpfen, wenn sie insgesamt an mindestens fünf Wettkämpfen im MMA teilgenommen haben.
Im Anhang finden sich die Einschränkungen für Amateurkämpfe und spezielle Richtlinien und
Anmerkungen der GEMMAF für Wettkämpfe in Deutschland.

Die GEMMAF unterstützt die Bemühungen, den MMA-Sport international zu vereinheitlichen. Die
GEMMAF benutzt daher die amerikanischen Gewichtsklassen in Pound und in diesem Regelwerk
werden Fachbegriffe aus dem Englischen teilweise so belassen, bzw. in Klammern ins Deutsche
übersetzt, auch werden die amerikanischen Längenmaße benutzt.

§1 Gewichtsklassen
1. Die Gewichtsklassen sind wie folgt unterteilt:
bis 125 Pounds (56,7kg) Flyweight
bis 135 Pounds (61,2kg) Bantamweight
bis 145 Pounds (65,8kg) Featherweight
bis 155 Pounds (70,3kg) Lightweight
bis 170 Pounds (77,1kg) Welterweight
bis 185 Pounds (83,9kg) Middleweight
bis 205 Pounds (93kg) Light heavyweight
bis 265 Pounds (120,2kg) Heavyweight
ü ber 265 Pounds (120,2kg) Super heavyweight

2. Die Toleranzgrenze beim Wiegen ist 1 Pound (0,5kg). Bei Titelkämpfen gibt es keine
Toleranzgrenze.

3. Die GEMMAF kann Wettkämpfe auch mit anderen Gewichtslimits genehmigen (Catch
weight bouts).

4. Die GEMMAF kann einen Wettkampf auch genehmigen, wenn die Wettkämpfer in
unterschiedlichen Gewichtsklassen einwiegen, aber die GEMMAF entscheidet, dass der
Wettkampf trotzdem sicher, fair und ausgewogen wäre.

§2 Anforderungen an den Ring / die Wettkampffläche
MMA-Wettkämpfe können in einem Ring mit Seilen oder in einem MMA-Ring stattfinden.

§2a Ring mit Seilen
1. Mindestmaße 20 Feet square (6,1 Meter)
Maximalmaße 32 Feet square (9,6 Meter)
2. Eine Ecke muss blau markiert sein, die gegenüberliegende Ecke rot.
3. Der Ringboden muss mindestens 18 Inches (46cm) über die Seile hinausgehen. Der
Ringboden muss weich gepolstert sein, mindestens 1 Inch (2,5cm) Schaumstoff oder
Vergleichbares. Die Polsterung muss über die Seile hinausgehen und die Kanten und Ecken
der Plattform mit abdecken. Der Ringboden muss komplett mit einer entsprechenden Plane
überzogen sein, die so fixiert und gespannt ist, dass kein Sicherheitsrisiko entsteht.
4. Die Ringplattform darf nicht mehr als 4 Feet (1,2 Meter) über dem Boden sein. Passende
Treppen für die Wettkämpfer müssen vorhanden sein.
5. Die Ringpfeiler müssen aus Metall sein, nicht mehr als 3 Inches (8cm) im Durchmesser, sie
müssen vom Boden des Gebäudes bis minimal 58 Inches (147cm) über dem Ringboden
reichen, sie müssen entsprechend gepolstert sein, sie müssen mindestens 18 Inches (46cm)
von den Ringpfeilern entfernt sein.
6. Der Ring muss 5 Seile haben. Der Durchmesser der einzelnen Seile muss mindestens 1 Inch
(2,5cm) betragen und die Seile müssen weich ummantelt sein. Das tiefste Seil muss 12
Inches (30,5cm) über dem Ringboden sein.
7. Es dürfen keine anderen störenden Objekte im Ringbereich sein, die eine Gefahr für die
Wettkämpfer darstellen könnten.

§2b MMA-Ring (Wettkampffläche mit Sicherheitszaun)
1. Die Kämpffläche muss rund sein oder mindestens 6 gleiche Seiten haben.
2. Mindestmaße 20 Feet square (6,1 Meter)
Maximalmaße 32 Feet square (9,6 Meter)
3. Die Wettkampffläche muss weich gepolstert sein, mindestens 1 Inch (2,5cm) Schaumstoff
oder Vergleichbares. Der Boden muss komplett mit einer entsprechenden Plane überzogen
sein, die so an der Plattform fixiert und gespannt ist, dass kein Sicherheitsrisiko entsteht.
4. Die Plattform der Wettkampffläche darf nicht mehr als 4 Feet (1,2 Meter) über dem Boden
sein. Passende Treppen für die Wettkämpfer müssen vorhanden sein.
5. Die Pfeiler der Wettkampffläche müssen aus Metall sein, nicht mehr als 6 Inches (16cm) im
Durchmesser, sie müssen vom Boden des Gebäudes bis minimal 58 Inches (147cm) über
dem Ringboden reichen, sie müssen entsprechend gepolstert sein.
6. Der Sicherheitszaun muss so beschaffen sein, dass die Wettkämpfer nicht hindurchfallen
können, z.B. spezieller, PVC-ummantelter Maschendrahtzaun.
7. Alle harten Teile der Wettkampffläche müssen entsprechend überdeckt und gepolstert sein.
8. Die Kämpffläche muss zwei Eingänge haben.
9. Es dürfen keine anderen störenden Objekte im Bereich der Wettkampffläche sein, die eine
Gefahr für die Wettkämpfer darstellen könnten.

§3 Hocker
1. Für jeden Wettkämpfer muss ein von der GEMMAF genehmigter Hocker bereitgestellt
werden.
2. Ebenso müssen solche Hocker für die Betreuer des Wettkämpfers an dessen Ecke
bereitgestellt werden.
3. Alle Hocker müssen nach jedem Wettkampf gereinigt oder ersetzt werden.

§4 Ausrüstung
Für jeden Wettkampf muss der Veranstalter einen sauberen Wassereimer, eine saubere
Wasserflasche aus Plastik und alle anderen von der GEMMAF verlangten Dinge in jeder Ecke
bereitstellen.

§5 Bandagen
1. Mull maximal 15 Yards (13,7 Meter)
Tape (medizinisches Klebeband) maximal 10 Feet (3 Meter) Länge, 1 Inch (2,5cm) Breite
2. Das Tape muss direkt auf die Handgelenke gewickelt werden und darf den Handrücken
zwei Mal kreuzen und zum Schutz bis über die Knöchel gehen.
3. Die Bandagen müssen gleichmäßig über Hand verteilt sein.
4. Beim Anlegen der Bandagen muss ein Offizieller der GEMMAF anwesend sein. Außerdem
kann der Betreuer oder Manager des Gegners anwesend sein.
5. Die Handschuhe dürfen nicht angezogen werden, bevor die GEMMAF die Bandagen
freigegeben hat.

§6 Zahnschutz
1. Alle Wettkämpfer müssen einen Zahnschutz tragen. Dieser muss vom Ringarzt anerkannt
sein.
2. Eine Runde kann nicht ohne Zahnschutz starten.
3. Wenn ein Zahnschutz während des Wettkampfes unabsichtlich aus dem Mund fällt, muss der
Referee einen günstigen Moment abwarten, eine Auszeit ansagen („Time“), den Zahnschutz
reinigen und wieder einsetzen.

§7 Weitere Schutzausrüstung
1. Männliche Wettkämpfer müssen einen Tiefschutz tragen. Dieser kann selbst gewählt
werden, muss aber von der GEMMAF genehmigt sein.
2. Weibliche Wettkämpfer dürfen keinen Tiefschutz tragen.
3. Weibliche Wettkämpfer müssen einen Brustschutz tragen. Dieser kann selbst gewählt
werden, muss aber von der GEMMAF genehmigt sein.

§8 Handschuhe
1. Handschuhe sollten 4-6 Ounces (113-170 Gramm) wiegen, 2XL-4XL können nach Ermessen
der GEMMAF leicht darüber sein.
2. Die Handschuhe müssen vom Veranstalter gestellt und von der GEMMAF genehmigt
werden.

§9 Kleidung
1. Die Wettkämpfer müssen entsprechende Hosen tragen: MMA Hosen (Board shorts), Biking
shorts (Vale Tudo shorts), Kickboxing shorts oder andere von der GEMMAF genehmigte
Hosen.
2. Gis oder Shirts sind nicht erlaubt. Frauen jedoch müssen von der GEMMAF genehmigte
Shirts tragen.
3. Schuhe und jedwedes Polster an den Füßen ist verboten.

§10 Erscheinungsbild
1. Wettkämpfer müssen eine saubere und gepflegte Erscheinung haben.
2. Öle, Vaseline oder andere Substanzen dürfen weder auf den Körper noch auf das Gesicht
aufgetragen werden.
3. Haare oder Bart dürfen keine Gefahr oder Störung des Wettkampfablaufes darstellen.
4. Kein Schmuck, Piercings oder andere Accessiores.

§11 Rundenlänge
1. Nicht-Titelkämpfe sind 3 Runden zu je 5 Minuten mit einer Minute Pause.
2. Titelkämpfe sind 5 Runden zu je 5 Minuten mit einer Minute Pause.

§12 Stoppen des Wettkampfes
1. Nur der Referee (Ringrichter) kann den Wettkampf abbrechen. Der Referee kann fü r seine
Entscheidung die Meinung des Ringarztes oder der GEMMAF heranziehen.
2. Bis zum Ende des Wettkampfes dü rfen ausser in den Pausen nur der Referee und der
Ringarzt die Wettkampffläche betreten.

§13 Judging (Punktentscheidung der 3 Punktrichter)
1. Es gibt bei jedem Wettkampf 3 Judges (Punktrichter), die an verschiedenen Stellen an der
Wettkampffläche positioniert sind. Der Referee darf nicht einer der Judges sein.
2. Es wird nach dem 10-Punkte-System gewertet. Der Gewinner einer Runde bekommt 10
Punkte, der Verlierer 9 Punkte oder weniger, außer bei dem seltenen Fall einer
ausgeglichenen Runde, die 10-10 gewertet wird.
3. Gewertet werden effektive Schlagtechniken, effektives Grappling, effektive Aggressivität
und Kontrolle des Wettkampfes / der Wettkampffläche.
Effektive Schlagtechniken und effektives Grappling fließen dabei gleichwertig in die
Wertung ein. Festgelegt wird dies auf einer Gleitskala.
Wenn eine Runde mehr von Schlagtechniken beeinflusst wird, werden diese mehr gewichtet
und umgekehrt, wenn eine  Runde mehr vom Grappling beeinflusst wird, wird diese mehr
gewichtet.

Kontrolle des Wettkampfes / der Wettkampffläche ist ein sekundäres Kriterium, was
herangezogen wird, wenn effektive Schlagtechniken und effektives Grappling ausgeglichen
sind.

Effektive Aggressivität wird höher gewichtet als Kontrolle des Wettkampfes / der
Wettkampffläche.

Definitionen:
Effektive Schlagtechniken
Auswirkung und Anzahl von Schlagtechniken, die den Gegner treffen. Starke
Schlagtechniken, die eine sichtbare Auswirkung auf den Gegner haben, werden mehr
gewichtet, als die Anzahl von Schlagtechniken.

Ein angeschlagener Wettkämpfer, Taumeln, eine Platzwunde, eine Schwellung, ein
Wettkämpfer, der nach einem Treffer Schmerzen zeigt, sind Anzeichen für einen starken
Treffer. Angesammelte Auswirkungen von Schlagtechniken werden auch mit gewichtet.
Wenn kein Wettkämpfer ein Vorteil bei den Auswirkungen der Schläge erziehlt, zählt die
Anzahl der gelandeten Schläge.

Effektives Grappling
Takedowns, Reversals und Submissionversuche.
Beispiele: Takedown aus dem Stand in den Mount, Passieren der Guard in eine dominante
Position, aktive Guard.

Submissionversuche, die den Gegner schwächen von seinen Anstrengungen, die Technik zu
verhindern, werden hoch gewertet. Takedowns mit einer hohen Amplitude und Takedowns,
die einen starken Aufprall haben, werden höher gewertet, als ein Takedown mit schwachem
Aufprall.

Effektive Aggressivität
Landen von Techniken beim Vorwärtsgehen oder attackieren aus der Guard mit bedrohenden
Submissionversuchen.
Kontrolle des Wettkampfes / der Wettkampffläche
Bestimmen des Tempos, des Ortes und der Position des Wettkampfes.

4. Punktevergabe
10-10
Beide Wettkämpfer kämpfen ausgeglichen und keiner der beiden zeigt auch nur ein wenig
Überlegenheit gegenüber dem anderen. Diese Punkte sollten nur sehr selten vergeben
werden.

10-9
Ein Wettkämpfer gewinnt die Runde mit leichter Überlegenheit, durch die größere Anzahl
von Treffern, effektivem Grappling und anderen legalen Techniken.

10-8
Ein  Wettkämpfer gewinnt die Runde mit großer Überlegenheit, durch  effektive
Schlagtechniken und effektives Grappling, mit großer Auswirkung auf den Gegner.

10-7
Totale Dominanz eines Wettkämpfers, der seinen Gegner die ganze Runde dadurch in
Gefahr bringt. Ein Abbruch den Referees steht die ganze Zeit kurz bevor. Diese Punkte
sollten nur sehr selten vergeben werden.

§14 Fouls (Regelverstöße)
Die folgenden Aktionen zählen als Fouls und können vom Referee bestraft werden:
1. Kopfstöße
2. Augenstechen
3. Beissen
4. Spucken
5. Haare ziehen
6. Fish Hooking
7. Tiefschläge
8. Finger in jedwede Körperöffnung oder Cuts stecken
9. Hebel kleiner Gelenke
10. Schläge nach unten mit der Spitze des Ellenbogens
11. Schläge zur Wirbelsäule oder zum Hinterkopf
12. Hackentritte zur Niere
13. Schlagtechniken zum Kehlkopf (auch das Greifen der Luftröhre)
14. Kratzen, Kneifen, Haut verdrehen
15. Greifen des Schlüsselbeins
16. Treten zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners
17. Kniestöße zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners
18. Stampftritte zu einem am Boden liegenden Gegner
19. Greifen der Seile oder des Zaunes
20. Greifen der Shorts oder Handschuhe des Gegners
21. Schimpfwörter innerhalb der Wettkampffläche
22. Unsportliches Verhalten, was des Gegner verletzt
23. Attackieren während der Pause
24. Attackieren des Gegners, wenn er unter dem Schutz des Referees steht
25. Attackieren des Gegner, nachdem der Gong fürs Rundenende ertönt ist
26. Passivität, Vermeiden von Kontakt mit dem Gegner, absichtlich oder andauerndes Verlieren
des Zahnschutzes oder Vortäuschen einer Verletzung
27. Werfen des Gegners außerhalb der Wettkampffläche
28. Missachten der Anweisungen des Referees
29. Spiking des Gegners auf Nacken oder Kopf
30. Stören des Kampfgeschehens durch die Betreuer
31. Auftragen von fremder Substanz auf Haar oder Körper, um sich einen Vorteil zu verschaffen

Der Referee entscheidet ü ber eine Disqualifikation, nach einer beliebigen Kombination von Fouls
oder auch nach einem einzelnen schweren oder absichtlichen Foul.

Fouls können auch zu einem Punkteabzug führen. Der Scorekeeper (Anschreiber, der die Punkte
aller 3 Judges aufschreibt) und nicht die Judges sind für das Zusammenrechnen der Punkte und
Punktabzüge verantwortlich.

Nur der Referee kann ein Foul ansagen. Wenn der Referee kein Foul anzeigt, dürfen die Judges
nicht selbst eine Entscheidung treffen und bei der Bewertung der Runden mit einfließen lassen.

§14a Prozedur bei einem Foul
– Pause („Time“) vom Referee.
– Der Referee schickt den foulenden Wettkämpfer in die neutrale Ecke.
– Der Referee untersucht den gefoulten Wettkämpfer.
– Der Referee sagt dem foulenden Wettkämpfer das Foul an, zieht ggf. Punkt(e) ab,
benachrichtigt die Betreuer und den Scorekeeper, ob es ein absichtliches oder
unabsichtliches Foul war und ob es einen Punktabzug gibt.

§14b Prozedur bei einem Foul, wenn der foulender Wettkämpfer sich
in der Bodenlage befindet und der gefoulte Wettkämpfer nicht verletzt
ist
– Der Wettkampf läuft weiter.
– Der Referee unterrichtet den foulenden Wettkämpfer über das Foul.
– Wenn die Runde vorbei ist, informiert der Referee den Scorekeeper und die Betreuer.

§14c Prozedur bei einem Tiefschlag
– Ein Wettkämpfer, der einen Tiefschlag erlitten hat, kann sich bis zu 5 Minuten erholen,
solange er nach der Ansicht der Ringarztes weitermachen kann.
– Wenn der Wettkämpfer vor Ablauf der 5 Minuten schon weiterkämpfen will, sollte der
Referee den Wettkampf wieder sobald wie möglich starten.
– Wenn die 5 Minuten überschritten werden, muss der Wettkampf enden (siehe nächster
Absatz).

§14d Weitere Prozedur bei Fouls (außer einem Tiefschlag)
– Bei einem unabsichtlichen Foul muss der Referee bestimmen, ob der gefoulte Wettkämpfer
weitermachen kann oder nicht.

Wenn seine Chancen zu gewinnen vom Foul nicht sehr beeinflusst sind und das Foul kein
starker Kopftreffer war, startet der Referee den Wettkampf wieder nach eine Pause nicht
länger als 5 Minuten.

Direkt nach dem Trennen der Wettkämpfer teilt der Referee mit, dass es sich um ein
unabsichtliches Foul handelt.
– Wenn ein Wettkämpfer gefoult wurde und der Referee stuft das Foul als absichtlich ein, wird
der Wettkampf unterbrochen und der Referee sagt ein Time Out an.

Der Referee kann den gefoulten Wettkämpfer vom Ringarzt untersuchen lassen, ob dieser
weiterkämpfen kann.

Der Ringarzt hat für seine Entscheidung maximal 5 Minuten. Stellt der Ringarzt fest, dass
der Wettkämpfer weiterkämpfen kann, wird der Wettkampf unmittelbar fortgesetzt. Im
Gegensatz zu der Regel bei einem Tiefschlag kann sich der Wettkämpfer hier nicht bis zu 5
Minuten Zeit nehmen.
– Wenn dem Ringarzt, die 5 Minuten nicht reichen, kann der Wettkampf bei Überschreiten
dieser Marke nicht fortgesetzt werden.

§14e Verletzungen durch legale Treffer oder Fouls
– Wenn durch eine Verletzung, die durch eine legale Technik verursacht wurde, der Wettkampf
nicht fortgesetzt werden kann, verliert der verletzte Wettkämpfer durch TKO.
– Wenn durch eine Verletzung, die durch ein absichtliches Foul (vom Referee entschieden)
verursacht wurde, der Wettkampf nicht fortgesetzt werden kann, verliert der Wettkämpfer,
der das Foul begangen hat durch Disqualifikation.
– Wenn nach einer Verletzung, die durch ein absichtliches Foul (vom Referee entschieden)
verursacht wurde, der Wettkampf trotzdem fortgesetzt werden kann, informiert der Referee
den Scorekeeper automatisch 2 Punkte abzuziehen.
– Wenn nach einer Verletzung, die durch ein absichtliches Foul (vom Referee entschieden)
verursacht wurde, der Wettkampf trotzdem fortgesetzt werden kann, aber zu einem späteren
Zeitpunkt im Wettkampfverlauf der gefoulte Wettkämpfer aufgrund dieser Verletzung nicht
weiterkämpfen kann, gewinnt der gefoulte Wettkämpfer, wenn er zu diesem Zeitpunkt bei
den Judges vorne liegt (Technical decision). Wenn er gleichauf oder hinten liegt, endet der
Wettkampf unentschieden (Technical draw).
– Falls sich ein Wettkämpfer bei dem Versuch seinen Gegner zu foulen verletzt, wird diese
Verletzung wie eine durch eine legale Technik verursachte Verletzung behandelt.
– Wenn durch eine Verletzung durch ein Foul der Wettkampf nicht fortgesetzt werden kann,
aber der Referee das Foul als unabsichtliches Foul einstuft, endet der Wettkampf als No
contest, wenn er gestoppt werden muss, bevor die zweite Runde vorbei ist (bei einem 3-
Runden-Wettkampf), bzw. bevor die dritte Runde vorbei ist (bei einem 5-Runden-
Wettkampf).

Wenn die Mehrzahl der Runden schon vorbei sind, endet der Wettkampf in einer Technical
Decision (der Wettkämpfer, der nach Punkten vorne liegt gewinnt).
Angefangende Runden werden genau wie die schon fertigen Runden gewertet.

§15 Ergebnisse
1. Submission (Aufgabe)
– Physisches Tap out (Abklopfen)
– Verbales Tap out (der Wettkämpfer sagt, dass er aufgibt oder gibt anders verbal zu
erkennen, dass er aufgibt)
2. Knockout
– Wenn der Referee den Wettkampf stoppt: TKO
– Wenn eine Verletzung verursacht durch eine legale Technik schlimm genug ist, dass der
Wettkampf gestoppt werden muss: TKO
– Wenn ein Wettkämpfer aufgrund von Auswirkungen einer Schlagtechnik ohnmächtig wird:
KO
3. Decision (Punkteentscheidung)
a) Unanimous decision (einstimmige Entscheidung): Alle Judges werten den Wettkampf fü r
den gleichen Wettkämpfer.
b) Split decision (geteilte Entscheidung): Zwei Judges werten fü r den einen Wettkämpfer,
der dritte Judge wertet fü r den anderen Wettkämpfer.
c) Majority decision (mehrheitliche Entscheidung):  Zwei Judges werten für den einen
Wettkämpfer, der dritte Judges wertet unentschieden.
4. Draw (unentschieden):
a) Unanimous draw (einheitliches Unentschieden): Alle Judges werten unentschieden.
b) Majority draw (mehrheitliches Unentschieden): Zwei Judges werten unentschieden.
c) Split draw (geteiltes Unentschieden): Alle Judges werten unterschiedlich.
5. Disqualification (Disqualifikation)
6. Forfeit (nicht Antreten)
7. Technical draw (technisches Unentschieden):
a) Doppel-KO
b) Nach einem Foul läuft der Wettkampf weiter, muss aber später abgebrochen werden und
der gefoulte Wettkämpfer ist gleich oder unterlegen in der Wertung.
c) unvorhergesehene, äußere Umstände
8. Technical decision (technische Entscheidung):
1. unabsichtliches Foul
2. unvorhergesehene, äußere Umstände
3. nach einem Foul läuft der Wettkampf weiter, muss aber später abgebrochen werden und
der gefoulte Wettkämpfer ist vorne in der Wertung
9. No contest / No decision (keine Entscheidung)

§16 bis §18 Abweichungen bei Amateurwettkämpfen
Zusätzlich zu den Paragraphen §1 bis §15 und §19 bis §21 gelten bei Amateurwettkämpfen folgende Einschränkungen und Anpassungen.

§16 Rundenlänge
1. Nicht-Titelwettkämpfe sind 2 Runden zu je 5 Minuten mit einer Minute Pause.
2. Titelwettkämpfe sind 3 Runden zu je 5 Minuten mit einer Minute Pause.

§17 Zusätzliche Schutzausrüstung
Handschuhe mit einer Polsterung von ca. 2 Inches (5cm). Die Handschuhe müssen von der
GEMMAF genehmigt sein.

§18 Zusätzliche Fouls
1. Schläge zum Kopf, außer mit der gepolsterten Fläche des Handschuhs
2. Kniestösse zum Kopf
3. Ellenbogenstösse zum Kopf
4. Neck cranks (Nackenhebel) und andere Hebel auf die Halswirbelsäule und Wirbelsäule
5. alle Fuss- und Beinhebel, außer Knee bar (gerader Kniehebel), Straight ankle lock (gerade
Fusshebel) und Quetscher
6. jedwedes Spiking

§19 bis §21 Richtlinien der GEMMAF für Events in Deutschland

§19 Arztcheck und Bluttest

1. Alle Kämpfer (Amateur und Profi) brauchen einen Bluttest (HIV, Hepatitis B und C). Dieser
muss schriftlich und im Original vorliegen (nicht elektronisch) und darf nicht älter als ein
Jahr sein.
2. Weibliche Kämpfer müssen außerdem nach der Waage einen Schwangerschaftstest machen.
3. Vor und nach jedem Kampf findet ein Arztcheck statt (Einzelheiten sind aufgeführt in
„Richtlinien für die Ringärzte der GEMMAF“).

§20 Kleidungsvorschrift
1. Jedwedes Tape (außer das der Bandagen) ist verboten.
2. Hosen dürfen keine rutschhemmenden Stellen haben.
3. Knie-, Ellebogenpads, Fussbandagen etc. sind verboten.
4. Hosen und Unterhosen dürfen die Knie nicht bedecken.
5. Frauen müssen ein enges Oberteil tragen, welches zumindest die Brust bedeckt, aber nicht
über die Ellenbogen geht.

§21 Anforderungen an den Ring / die Wettkampffläche
Alle Maße in Bezug auf den Ring und die Wettkampfläche und alle Informationen sind direkt aus
den Unified rules übernommen. Die GEMMAF kann davon Abweichungen genehmigen, wenn
diese in keiner Weise die Sicherheit gefährden. In jedem Fall müssen Abweichungen im Voraus
genehmigt werden.


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Copyright: Wolf Menninger

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